Die Eule, die gern aus dem Wasserhahn trank – Martin Windrow

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Es fühlte sich an meiner Wange an wie eine große warme Pusteblume und duftete wie ein zartes junges Kätzchen. „Piep“, wiederholte es ganz sanft.

Martin Windrow ist Anfang 30 und lebt in einer Wohnung im 7. Stock in South London. Durch seinen Bruder, der sich der Falknerei und Eulenzucht zugeschrieben hat, wächst in ihm der Wunsch ebenfalls sein Leben mit einer Eule zu teilen. Der Historiker erhält von ihm ein kleines, in menschlicher Obhut geschlüpftes, Eulenküken. Damit beginnt die außergewöhnliche Beziehung von Martin, dem Menschen und Mumble, der Eule. Eine Geschichte über gemeinsame Kuschelstunden, gefährliche Kämpfe mit dem Papierkorb und erfrischenden Bädern in der Küchenspüle.

Mein Leben mit Mumble

In 10 Kapiteln beschreibt Martin Windrow, wie er und Mumble zueinandergefunden und für 15 Jahre ihr Leben miteinander geteilt haben. Die Kapitel sind abwechslungsreich gestaltet. Einmal erfährt man etwas über ihr erstes Kennenlernen, wie Mumble als kleine Eule mit zarten Federn bei ihm Einzog und welche Schwierigkeiten es doch geben kann mit einer Eule als Haustier in einer Wohnung mitten in der Großstadt. Ebenso wenden sich einige Kapitel der Physiologie von Waldkauzen zu. Diese können bisweilen etwas trocken sein können, sind aber dennoch sehr informativ. Er beschreibt ihren Körperbau, den Aufbau der Flügel und Federn, die Wichtigkeit der Mauser oder auch das Verhalten von Käuzen in freier Wildbahn. Sehr hilfreich dabei sind kleine Illustrationen, welche die Beschreibungen des Autors verdeutlichen und leichter nachvollziehbar machen.

Wer Eulen mag, wird Mumble lieben.
Wer Eulen mag, wird Mumble lieben.

Wenn eine Eule zu menschlich wird

Auch die einzelnen Kapitel sind mit Zeichnungen von Eulen unterteilt, welche einen hohen Niedlichkeitsfaktor haben. Größere Zeitspannen sind wie Tagebucheinträge dargestellt. Dadurch gerät der Lesefluss manchmal etwas ins Stocken, aber es wird gleichzeitig allzu vielen Wiederholungen vorgebeugt. Zum Teil wiederholt sich der Autor dennoch etwas in seinen Erklärungen und auch Anthropomorphismen treten hier und da auf. Aber dies liegt bisweilen in der Natur des Menschen. Martin Windrow schreibt auch selbst, dass er sich stets hütet zu viele dieser Vermenschlichungen zu gebrauchen; ganz gelingt es jedoch nicht.

Der Schreibstil ist flüssig und gespickt mit dem typischen britischen Humor, wodurch er das gewisse Etwas bekommt. Er beschreibt ausführlich und leicht verständlich, was es vor allem bei den biologisch-anatomischen Passagen über Eulen dem Leser sehr leicht macht ihm zu folgen.

Was mir sehr gut gefallen hat (und was auch wichtig war), ist der Hinweis des Autors gleich zu Beginn des Buches, dass man doch bitte nicht sofort den nächsten Wald ansteuern sollte, um ein Vogelküken ausfindig zu machen. Zwar ist die Zucht von Eulenküken extra für die Wohnung nicht das Gelbe vom Ei. Sie funktioniert auch nur mit der Fehlprägung des Vogels auf den Menschen statt auf die Elterntiere, ist aber immer noch besser, als sie der Natur zu entnehmen.

Mein persönliches Fazit über Mumble, die Eule

Ich denke, dass „Die Eule, die gern aus dem Wasserhahn trank“ ein sehr nettes Buch für Tierfreunde (und auch alle anderen Leser) ist, die mal etwas Anderes lesen möchten als Geschichten über Hunde, Katzen oder Pferde. Manchmal ist die Beschreibung einiger Aspekte jedoch etwas langatmig. Auch die Zeitsprünge in der Erzählung sind hin und wieder störend. Dennoch kann ich das Buch über Mumble, die Eule, auf jeden Fall empfehlen.

Erschienen: 1. Auflage 2016 im Piper Verlag GmbH München/Berlin

Wenn du leider keine Eule haben kannst, findest du hier eine kurze Anleitung für ein Vogelfutterhaus zum Basteln, um Vögel auch daheim zu beobachten: Vogelfutterhaus aus Coffee to-go Becher basteln

Janette

Was ich dir auch empfehlen kann: “Ein Pinguin fürs Leben” von Tom Michell.

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