Netz zur Abwehr von Tauben.

Fledermäuse unter dem Netz

Mit den immer kürzer werdenden Tagen und noch kälteren Nächten beginnen die Fledermäuse vor dem nahenden Winter vielerorts ihre Suche nach dem passenden Quartier. In Wien leben 22 von insgesamt 28 Fledermausarten in Österreich. Vor allem im städtischen Bereich lässt sich sehr häufig der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) beobachten. Während den Sommermonaten sind meist nur die Männchen in Wien zu beobachten. Im Winter hingegen können sie oft sehr große Gruppen bilden. Feldermäuse wechseln im Winter regelmäßig ihre Quartiere. Während der Große Abendsegler sein Sommerquartier gerne in Baumhöhlen oder Fledermauskästen bezieht, sind Winterquartiere hinter Wandverkleidungen, in Fassadenspalten und Hohlräumen in Hinterhöfen zu finden. Oftmals sind diese Winterquartiere schon über Jahre etabliert und nicht selten lassen sich mehrere hundert Abendsegler in solchen Quartieren beobachten.

Fledermaus im Netz: Braunes Langohr (Plecotus auritus).

Doch gerade hier liegt die Problematik:

Gerade im städtischen Raum werden viele Hinterhöfe mit sogenannten „Taubennetzen“ vor den Vögeln abgeschirmt, um Fassadenverschmutzungen durch den Kot der Vögel zu verhindern. Die Öffnungen dieser Netze sind groß genug für Fledermäuse, um hindurch zu gelangen, nachdem sie sich darauf niedergelassen haben. Der Weg wieder hinaus ist ihnen allerdings verwehrt, da sie mit im Flug ausgestreckten Flügeln nicht mehr hindurch passen. Durch Sozialrufe der gefangenen Tiere werden weitere Fledermäuse angelockt. In den Höfen finden die Fledermäuse kaum Nahrung. Mit unter fallen diese gefangenen Tiere tagelang nicht auf, da sie meist erst in den späten Abendstunden aktiv sind. Erst, wenn sie sehr geschwächt sind, sind sie auch tagsüber zwischen den Häusern zu beobachten.

Taubennetz
Ein typisches Taubennetz in einem Wiener Hinterhof.

Wie kannst du den Fledermäusen helfen?

Durch fachkundiges Personal kann den Fledermäusen aus ihrer prekären Situation geholfen werden. Die Mitarbeiter der MA22 überprüfen die Gesundheit der Tiere, denn allzu geschwächte Tiere wären kaum überlebensfähig in der kalten Jahreszeit.

  • Wenn auch bei dir im Hof ein solches „Taubennetz“ hängt, dann schaue doch hin und wieder abends in den Innenhof, ob nicht eventuell ein paar Fledermäuse unterwegs sind und nicht mehr hinaus können.
  • Auch können künstliche Quartiere oder Netze mit einem geringeren Durchmesser helfen, dass Fledermäuse nicht in die Falle geraten.
  • Auf Netze im Generellen zu verzichten, wäre natürlich das Optimum.

Kann man Fledermäuse im Winter beobachten?

Auch wenn Fledermäuse im Winter regelmäßig aus ihrem Winterschlaf erwachen, um das Quartier zu wechseln, solltest du sie keinesfalls stören! Das Aufwachen kostet die Tiere viel Energie, da sie während der Schlafphasen ihren Stoffwechsel sowie die Körpertemperatur stark reduzieren, um Energie zu sparen. Fledermäuse und Menschen teilen sich den Lebensraum Stadt. Wir Menschen aber tragen Sorge dafür, dass es auch den Fledermäusen in der Stadt gut geht.

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